Hornissen, Wespen und Bienen

Gefährdung und Bedeutung

In Mitteleuropa leben rund 12.000 Arten von Hautflüglern (oder Hymenopteren, wie Bienen, Wespen, Hummeln und Verwandte auch heißen) und haben sehr verschiedene Lebensräume besiedelt. Oft haben sie sehr spezielle Anforderungen an ihre Habitate. Besonders hohe Artenzahlen werden in offenem, reich strukturierten Gelände mit oft nur schütterer Vegetation erreicht oder auch in Bereichen, wo es viel Totholz (Neststandorte) gibt. Viele Arten sind in ihrem Bestand bedroht und stehen auf der Roten Liste. Insbesondere auch die Honigbiene musste in den vergangenen Jahren massive Verluste u.a. wegen des Einsatzes von Spritzmitteln, der Verarmung der Landschaft und der Varroamilbe hinnehmen.

Eine besonders hohe Bedeutung kommt den Hautflüglern durch ihre Bestäubertätigkeit zu. Man stelle sich vor, um wie viel ärmer unser Speisezettel wäre, wenn es die fleißigen Bienen, Wespen und Co. nicht mehr gäbe, die Äpfel, Kirschen, Zwetschgen, aber auch Raps usw. bestäuben. Undenkbar! Kein Wunder also, dass alle Arten unter Naturschutz stehen und immer mehr in den Fokus von Naturschutzbemühungen rücken.

Probleme mit Wespen oder Hornissen?

Deshalb sollten Sie Respekt im Umgang mit diesen wichtigen Geschöpfen haben. Respekt ist auch geboten in der direkten Begegnung mit den Tieren. Aber bitte keine Panik! Denn Wespen, Bienen oder Hornissen stechen in der Regel nur, wenn sie bedroht sind oder ihre Nester angegriffen werden. Deshalb ruhig bleiben und sich nur langsam bewegen. Wildes Fuchteln und Schlagen oder gar Töten der Tiere sind fehl am Platz.

Neben der „Belästigung“ am Frühstückstisch kommt es ansonsten am ehesten zu Problemen mit Nestern von Hornissen oder Wespen. Solche im Dachstuhl oder in einem Nistkasten im Garten sollten eigentlich unproblematisch sein. Sollten sich jedoch beispielsweise Wespen an einem völlig inakzeptablen Platz (z.B. in der Wohnung oder in Bereichen, an denen Sie sich regelmäßig aufhalten und wo die Tiere dann auch durch Sie oft gestört werden) angesiedelt haben, dann sollten Sie keinesfalls selbst Hand hinsichtlich Beseitigung anlegen. Zum einen sind Hautflügler gesetzlich geschützt (s.o.) und dürfen nicht ohne Weiteres getötet werden, zum anderen kann es böse Folgen haben, wenn Sie unsachgemäß an die Entfernung der Nester gehen. Verständigen Sie in einem solchen Fall die Feuerwehr oder den Hymenopteren-Beauftragten der Gemeinde oder des Kreises (z.B. bei der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung zu erfragen). Dieser wird dann fachmännisch eine Umsiedlung der Insekten vornehmen. Auch ein lokaler Imker kann möglicherweise helfen.

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