Der Buchstabe Q gehört in der Pflanzenwelt zu den echten Exoten. Im Deutschen beginnen nur wenige gebräuchliche Pflanzennamen mit „Q“, und auch im botanischen Latein taucht das Q deutlich seltener auf als etwa A, S oder P. Das liegt vor allem daran, dass viele Pflanzennamen aus Sprachen stammen, in denen Q als Anfangsbuchstabe weniger verbreitet ist – oder erst durch regionale Übernahmen und eingedeutschte Handelsnamen ins Pflanzenvokabular gelangt.
Trotzdem gibt es eine überraschend vielfältige „Q“-Auswahl: vom bekannten Quendel als duftender Wildkraut-Klassiker über die Quinoa als Kulturpflanze der Anden bis hin zu exotischen Gattungen wie Quassia oder Quillaja. Oft sind es historische Trivialnamen, regionale Dialektformen oder Pflanzen, die über Gewürzhandel, Heilpflanzenkunde oder Zierpflanzenkultur zu uns kamen. Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf „Q“-Pflanzen besonders: Er zeigt, wie Sprache, Botanik und Kulturgeschichte ineinandergreifen.
Unten findest du eine übersichtliche Liste (ohne Aufzählungszeichen) mit Pflanzen, deren deutsche Namen mit Q beginnen – gemischt aus Wildpflanzen, Nutzpflanzen, Zierpflanzen und exotischen Arten. Jede Pflanze steht in einem eigenen Absatz mit deutschem Namen, botanischem Namen und einer kurzen Beschreibung.
Pflanzen von Q bis Q – übersichtlich in Absätzen
Quendel (Thymus serpyllum) – Der Quendel ist ein niedrig wachsender, oft teppichbildender Wild-Thymian, der auf trockenen, sonnigen Standorten wie Heiden und Magerrasen gedeiht. Seine kleinen, rosa bis violetten Blüten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Als Duftpflanze wird er traditionell ähnlich wie Thymian genutzt, wirkt aromatisch und würzig und ist in naturnahen Gärten beliebt.
Queller (Salicornia europaea) – Diese salztolerante Küstenpflanze wächst in Salzwiesen und Wattbereichen und speichert Salz in ihren fleischigen Sprossen. Queller gilt als „Meeresspargel“ und wird in der Küche geschätzt – knackig, mineralisch, leicht salzig. Botanisch faszinierend ist seine Anpassung an extreme Standorte, die für viele andere Pflanzen lebensfeindlich sind.
Quinoa (Chenopodium quinoa) – Quinoa ist eine Kulturpflanze aus den Anden und wird wegen ihrer nährstoffreichen Samen weltweit angebaut. Die Pflanze ist anpassungsfähig, verträgt Trockenheit und karge Böden und bildet dekorative, rispige Blütenstände. In der Küche wird Quinoa ähnlich wie Getreide verwendet, obwohl sie botanisch eher zu den Fuchsschwanzgewächsen zählt.
Quinoa-Spinat (Chenopodium quinoa) – Junge Blätter der Quinoa lassen sich wie Spinat verwenden und bringen eine milde, leicht nussige Note auf den Teller. Als Blattgemüse ist sie vor allem in Selbstversorgergärten interessant, weil eine Pflanze mehrere Nutzungen bietet: Blattgrün und später Samen. Optisch wirkt sie durch ihre kräftigen Stiele und Blütenrispen oft sehr markant.
Quassiaholzbaum (Quassia amara) – Diese tropische Art aus Mittel- und Südamerika ist für ihr extrem bitteres Holz bekannt. In der traditionellen Pflanzenkunde wurde Quassia wegen der Bitterstoffe genutzt, die auch Insekten abwehren können. Als Zierpflanze beeindruckt sie durch leuchtend rote Blüten und einen schlanken Wuchs.
Quassia (Bitterholz) (Quassia amara) – Unter dem Namen „Bitterholz“ wird dieselbe Pflanze häufig im Handel und in historischen Kräuterbüchern geführt. Ihr bitterer Geschmack ist so ausgeprägt, dass schon kleinste Mengen wahrnehmbar sind. Damit steht Quassia exemplarisch für Pflanzen, deren Nutzung stark über sensorische Eigenschaften – hier Bitterkeit – geprägt ist.
Quillaja (Seifenrindenbaum) (Quillaja saponaria) – Der Seifenrindenbaum stammt aus Chile und enthält in der Rinde Saponine, die schaumig wirken – daher der Name. Früher wurde die Rinde mancherorts als natürliche „Waschhilfe“ verwendet. Als Baum ist Quillaja trockenheitsverträglich und zeigt, wie Pflanzenstoffe kulturelle Praktiken beeinflussen können.
Quirlblättrige Wasserpest (Elodea canadensis) – Diese Wasserpflanze bildet quirlartig angeordnete Blätter und wächst vollständig untergetaucht. Sie ist robust, produziert Sauerstoff und wird in Teichen zur Wasserklärung eingesetzt, kann aber auch stark wuchern. Ihre Ausbreitung verdeutlicht, wie dynamisch Wasserpflanzen auf neue Lebensräume reagieren können.
Quirlblättriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum) – Das Tausendblatt ist eine fein gefiederte, elegante Wasserpflanze mit quirlig angeordneten Blättern. Sie bietet Jungfischen und Kleintieren Deckung und ist ökologisch wertvoll. In nährstoffreichen Gewässern kann sie dichte Bestände bilden, was ihre Rolle im Gleichgewicht von Seen und Teichen interessant macht.
Quirlblütiger Salbei (Salvia verticillata) – Diese Salbei-Art trägt ihre Blüten in auffälligen Quirlen und wirkt dadurch besonders strukturreich. Sie ist eine gute Bienenweide und kommt mit Trockenheit gut zurecht. Als Staude eignet sie sich für naturnahe Staudenbeete, in denen robuste, insektenfreundliche Arten gefragt sind.
Quirlige Brunnenkresse (Nasturtium officinale) – Brunnenkresse wächst bevorzugt in kühlen, klaren Fließgewässern und ist als würziges Blattgemüse bekannt. Der „quirlige“ Eindruck entsteht durch die Anordnung von Blättern und Trieben in dichten Gruppen. Ihr pfeffriger Geschmack macht sie zu einer spannenden Zutat, zugleich ist sie ein Anzeiger für sauberes Wasser.
Quirlige Nadelbinse (Eleocharis acicularis) – Diese feine, grasartige Sumpf- und Wasserpflanze bildet zarte, nadelartige Halme und eignet sich für flache Uferzonen oder Aquarien. Sie schafft Lebensraum für Kleinstlebewesen und stabilisiert Substrat. Ihr zurückhaltendes Erscheinungsbild wirkt besonders in Gruppen sehr harmonisch.
Quirlige Sumpfbinse (Schoenoplectus tabernaemontani) – Eine typische Pflanze für Feuchtgebiete, Teichränder und Uferzonen, die mit ihren aufrechten Halmen Struktur ins Wasser bringt. Sie bietet Brut- und Rückzugsräume für Tiere und trägt zur Uferstabilisierung bei. In naturnahen Teichanlagen wird sie wegen ihrer ökologischen Wirkung geschätzt.
Quitte (Cydonia oblonga) – Die Quitte ist ein Obstbaum mit aromatischen, harten Früchten, die meist verarbeitet werden: zu Gelee, Kompott oder Quittenbrot. Im Frühjahr schmückt sie sich mit zarten Blüten, im Herbst mit goldgelben Früchten. Ihr Duft gilt als charakteristisch und hat in vielen Kulturen einen fast nostalgischen Ruf.
Quittenbaum (Cydonia oblonga) – Als Baum (oder großer Strauch) ist die Quitte anspruchslos, bevorzugt aber sonnige, warme Lagen. Ihre Früchte enthalten viel Pektin und eignen sich deshalb hervorragend zum Gelieren. Im Garten verbindet sie Zierwert, Blütenaspekt und Nutzwert auf eine besondere Weise.
Quittenblume (Cydonia oblonga) – Gemeint ist die auffällige Blüte der Quitte, die im Frühjahr erscheint und meist weiß bis zartrosa gefärbt ist. Sie wirkt schlicht, aber sehr edel und zieht Bestäuber an. In Obstgärten markiert die Quittenblüte einen wichtigen Startpunkt für die spätere Fruchtentwicklung.
Quittenblatt (Cydonia oblonga) – Die Blätter der Quitte sind oft leicht filzig, was ihnen eine matte, weiche Wirkung verleiht. In manchen Regionen wurden Blätter traditionell in Hausmitteln erwähnt, vor allem wegen ihrer Gerbstoffe. Im Garten sind sie Teil des typischen, ruhigen Erscheinungsbildes des Quittenbaums.
Quittensorte „Konstantinopeler“ (Cydonia oblonga) – Eine traditionsreiche Sorte, die für kräftiges Aroma und gute Verarbeitungseigenschaften geschätzt wird. Sorten unterscheiden sich bei Quitten deutlich in Form, Duft und Härte der Früchte. Historische Sortennamen zeigen oft alte Handelswege und die lange Kulturgeschichte dieser Obstart.
Quittensorte „Portugiesische“ (Cydonia oblonga) – Diese Sorte ist in Mitteleuropa bekannt und wird häufig wegen ihrer saftigen, aromatischen Früchte kultiviert. Sie verdeutlicht, dass Quitten nicht nur „die“ Quitte sind, sondern eine ganze Sortenwelt besitzen. Im Obstgarten kann die Sortenwahl Einfluss auf Ertrag, Aroma und Verarbeitungszweck haben.
Quittensorte „Bereczki“ (Cydonia oblonga) – Eine Sorte, die in manchen Regionen wegen guter Fruchtgröße und zuverlässigem Wuchs erwähnt wird. Quitten zeigen je nach Sorte unterschiedliche Anfälligkeiten und Reifezeiten. Wer Quitten anbaut, merkt schnell, dass Sortenkunde hier genauso spannend ist wie bei Äpfeln oder Birnen.
Quittensorte „Leskovacka“ (Cydonia oblonga) – Diese Sorte wird häufig im südosteuropäischen Raum genannt und steht für die regionale Vielfalt der Quittenkultur. Die Früchte können sehr aromatisch sein und eignen sich gut für Gelee und Mus. Solche Sortennamen erinnern daran, dass Obstbau stark von lokalen Traditionen geprägt ist.
Queensland-Nuss (Macadamia integrifolia) – Die Macadamia stammt aus Australien und ist für ihre sehr fettreichen, mild-nussigen Kerne bekannt. Als Baum ist sie immergrün und liebt warmes Klima, weshalb sie in Mitteleuropa nur in sehr geschützten Situationen oder im Kübel möglich ist. Ihr Beispiel zeigt, wie stark Nutzpflanzen an regionale Bedingungen gebunden sind.
Queensland-Kiefernfichte (Araucaria cunninghamii) – Ein eindrucksvoller, immergrüner Baum aus Australien und Neuguinea mit strengem, fast architektonischem Wuchs. In warmen Regionen wird er als Zier- und Forstbaum genutzt. In kühleren Klimazonen findet man ihn eher als Kübel- oder Gewächshauspflanze, wo er exotisches Flair erzeugt.
Queen’s Tears (Königinstränen) (Billbergia nutans) – Eine Bromelie, die als Zimmerpflanze beliebt ist und elegant überhängende Blütenstände bildet. Die Blütenfarben wirken oft wie ein Mix aus Rosa, Grün und Blau, was der Pflanze ihren besonderen Reiz gibt. Sie ist relativ pflegeleicht und kommt mit hellem Standort ohne pralle Sonne gut zurecht.
Queen’s Wreath (Petrea volubilis) – Eine tropische Kletterpflanze, die lange, hängende Blütenrispen trägt und in warmen Regionen spektakuläre Blütenvorhänge bildet. Ihre sternförmigen, oft violett wirkenden Blüten sind ein Blickfang in Gärten und an Pergolen. In gemäßigten Zonen ist sie nur im Wintergarten oder sehr geschützten Bereichen möglich.
Quamoclit (Sternwinde) (Ipomoea quamoclit) – Eine zarte Kletterpflanze mit fein gefiederten Blättern und leuchtenden, sternförmigen Blüten. Sie wird häufig als einjährige Zierpflanze genutzt, um Zäune oder Rankhilfen schnell zu begrünen. Ihr filigranes Laub macht sie optisch leichter als viele andere Prunkwinden.
Quamash (Prärie-Kamas) (Camassia quamash) – Eine Zwiebelpflanze aus Nordamerika, die im Frühjahr wunderschöne, blaue Blütenkerzen bildet. In naturnahen Gärten wirkt sie besonders in größeren Gruppen, etwa in Wiesenbereichen. Historisch war Kamas für indigene Kulturen auch als essbare Zwiebel bedeutend.
Quastenblume (Emilia coccinea) – Eine meist einjährige Zierpflanze mit quastenartigen, leuchtend gefärbten Blütenköpfchen, die an kleine Pinsel erinnern. Sie bringt Leichtigkeit in Beete und ist auch als Schnittblume reizvoll. Insekten schätzen die Blüten, und im Garten sorgt sie für einen fröhlichen Farbakzent.
Quastenflosser-Farn (Kletterfarn) (Lygodium japonicum) – Dieser Farn besitzt ungewöhnliche, kletternde Wedel und kann an Stützen emporwachsen. Er wirkt dadurch fast wie eine Mischung aus Farn und Kletterpflanze. In warm-feuchten Bedingungen ist er dekorativ, in manchen Regionen kann er sich allerdings stark ausbreiten, was seine Standortwahl wichtig macht.
Quirlige Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) – Die Herbstzeitlose ist eine heimische, auffällige Pflanze, die im Herbst ohne Blätter blüht und dadurch besonders mystisch wirkt. Der Eindruck „quirlig“ bezieht sich auf das dichte Zusammenspiel von Blüte und späteren Blattphasen im Jahreslauf. Sie ist giftig, wird aber kulturhistorisch häufig erwähnt und ist eine markante Erscheinung auf Wiesen.
Quirlblatt (Wasserpflanze) (Hydrilla verticillata) – Hydrilla ist eine untergetauchte Wasserpflanze mit quirlig angeordneten Blättern und sehr starkem Wachstum. Sie kann Gewässer dicht besiedeln und dadurch Lichtverhältnisse verändern, was ökologisch relevant ist. Im Aquarium ist sie wegen Sauerstoffproduktion und Robustheit bekannt, verlangt aber Kontrolle.
Quinoa-Baumspinat (Chenopodium quinoa) – Als „Baumspinat“ wird Quinoa teils wegen ihrer hohen, aufrechten Gestalt beschrieben, die an robuste Gartenmelde erinnert. Sie kann im Garten stattlich werden und bildet dekorative Fruchtstände. Für Selbstversorger ist sie spannend, weil sie sowohl optisch als auch kulinarisch vielseitig ist.
Quittenverwandte Zierquitte (Chaenomeles japonica) – Die Zierquitte ist ein Strauch mit sehr frühen, oft kräftig roten oder orangefarbenen Blüten. Sie bildet kleine, harte Früchte, die ähnlich wie Quitten verarbeitet werden können – aromatisch, aber roh kaum genießbar. Als Hecken- und Zierstrauch verbindet sie Blütenschmuck mit Nutzaspekt und gilt als robust.
Quirlblättrige Zierpflanze „Quirl-Salbei“ (Salvia verticillata) – Unter diesem gebräuchlichen Namen wird der quirlig blühende Salbei oft in Staudenbeeten geführt. Er überzeugt durch lange Blütezeit, Trockenheitsverträglichkeit und Insektenfreundlichkeit. In Kombination mit Gräsern wirkt er besonders natürlich und leicht.
Quellergras (Küsten-Queller) (Salicornia europaea) – Als „Quellergras“ wird Queller regional bezeichnet, obwohl er botanisch kein echtes Gras ist. Der Name zeigt, wie stark Pflanzen über ihren Standort – hier Küste, Salz und Meer – im Volksmund verankert sind. In der Küche ist er ein spannender Saisonbegleiter zu Fischgerichten oder als knackige Beilage.
Fazit
Pflanzen mit dem Anfangsbuchstaben Q sind selten – und gerade deshalb besonders interessant. Von heimischen Wildkräutern wie dem Quendel über Küsten- und Wasserpflanzen wie Queller und quirlig wachsende Teichbewohner bis hin zu exotischen Arten wie Quassia, Quillaja oder tropischen Kletterern zeigt die „Q“-Welt eine erstaunliche Bandbreite. Sie verbindet Nutzpflanzen, Zierpflanzen, Heil- und Kulturpflanzen und macht sichtbar, wie vielfältig botanische Namen, regionale Trivialnamen und internationale Pflanzentraditionen sein können.
Diese Vielfalt erinnert daran, dass botanische Biodiversität nicht nur eine Frage der Artenzahl ist, sondern auch der Lebensräume, Nutzungen und kulturellen Bedeutungen. Wer Pflanzenvielfalt schätzt, entdeckt selbst bei einem seltenen Buchstaben wie Q ein kleines, aber facettenreiches Pflanzenuniversum – und damit einen weiteren Baustein für ein tieferes Verständnis von Natur und ihrer beeindruckenden Anpassungsfähigkeit.