Pflanzen mit „B“ – von Bäumen bis Wasserpflanzen

Der Buchstabe „B“ gehört in der Pflanzenwelt zu den besonders ergiebigen Anfangsbuchstaben: Viele deutsche Trivialnamen beginnen damit, weil sie alte Begriffe wie „Baum“, „Beere“, „Balsam“ oder „Bitter-“ aufgreifen. Gleichzeitig finden sich unter „B“ auffallend viele Pflanzen, deren Namen aus regionalen Dialekten, historischen Nutzungen oder markanten Merkmalen entstanden sind – etwa wegen der Rinde, der Blütenform oder eines typischen Dufts.

Spannend ist auch die Bandbreite: Unter „B“ begegnen uns klassische heimische Arten (wie Buche oder Brennnessel), ebenso kulturgeschichtlich bedeutsame Nutzpflanzen (Basilikum, Buchweizen), exotische Zimmerpflanzen (Bogenhanf) und auffällige Zier- oder Wasserpflanzen (Blauregen, Blutweiderich). So wird „B“ zu einem kleinen botanischen Querschnitt durch Wälder, Gärten, Küchen, Apotheken und Feuchtbiotope.

Pflanzen mit „B“ – von Bäumen bis Wasserpflanzen

Birke (Betula pendula) – Ein typischer Pionierbaum mit weißer, papierartig abblätternder Rinde. Birken besiedeln schnell offene Flächen, sind lichtliebend und gelten in vielen Kulturen als Symbol für Neubeginn. Ihr Saft wurde traditionell genutzt, und das Holz ist beliebt für feine Drechselarbeiten.

Buche (Fagus sylvatica) – Der „Brotbaum“ vieler mitteleuropäischer Wälder prägt ganze Landschaften mit seinem dichten Kronendach. Die glatte, graue Rinde und das leuchtende Herbstlaub sind unverwechselbar. Buchenwälder schaffen ein eigenes Mikroklima und bieten zahlreichen Arten Lebensraum.

Bergahorn (Acer pseudoplatanus) – Ein großer, robuster Laubbaum, der in Gebirgsnähe und in Parks häufig anzutreffen ist. Charakteristisch sind die großen, handförmigen Blätter und die geflügelten Samen („Propeller“). Das Holz wird geschätzt, etwa im Instrumentenbau.

Baumhasel (Corylus colurna) – Im Gegensatz zur heimischen Hasel wächst diese Art als richtiger Baum mit kräftigem Stamm. Sie ist stadtklimafest, trockenheitsverträglich und trägt essbare Haselnüsse. In Alleen und großen Gärten ist sie ein markanter Schattenspender.

Buchsbaum (Buxus sempervirens) – Ein immergrüner Strauch mit kleinen, glänzenden Blättern, berühmt für Formschnitt und historische Gartenanlagen. Er wächst langsam und wird sehr alt, was ihn in der Gartenkultur besonders wertvoll macht. Sein dichtes Laub bietet ganzjährig Struktur.

Berberitze (Berberis vulgaris) – Ein stacheliger Strauch mit gelben Blüten und roten, säuerlichen Beeren. Die Früchte werden in einigen Küchen geschätzt, während der Strauch als Heckenpflanze und Vogelnährgehölz beliebt ist. Im Herbst leuchtet das Laub oft spektakulär.

Brombeere (Rubus fruticosus agg.) – Eine Sammelart mit dornigen Ruten und aromatischen Früchten, die in Hecken, Waldrändern und Gärten vorkommt. Brombeeren sind ökologisch wertvoll, da Blüten viele Insekten anziehen und das dichte Gestrüpp Schutz bietet. In der Küche sind sie ein Klassiker für Marmeladen und Desserts.

Blaubeere (Vaccinium myrtillus) – Auch Heidelbeere genannt, ist sie typisch für lichte Wälder und Moore. Die kleinen Beeren färben intensiv blau-violett und gelten als beliebte Wildfrucht. Die Pflanze bevorzugt saure Böden und ist ein guter Indikator für entsprechende Standorte.

Blutbuche (Fagus sylvatica f. purpurea) – Eine auffällige Zierform der Buche mit dunkel purpurrotem Laub. Sie wirkt in Parks und großen Gärten besonders edel und setzt starke Farbakzente. Botanisch bleibt sie eng verwandt mit der heimischen Rotbuche, unterscheidet sich aber deutlich im Erscheinungsbild.

Blutpflaume (Prunus cerasifera ‘Nigra’) – Ein Ziergehölz mit rötlichem Laub und zartrosa Blüten im Frühjahr. Es wird häufig als Solitär oder in Vorgärten gepflanzt und ist eine frühe Bienenweide. Die kleinen Früchte sind je nach Sorte essbar, stehen aber meist nicht im Fokus.

Butterblume (Ranunculus acris) – Eine bekannte Wiesenpflanze mit glänzend gelben Blüten. Sie wirkt harmlos, enthält jedoch reizende Inhaltsstoffe und wurde deshalb traditionell mit Respekt behandelt. In artenreichen Wiesen ist sie ein typischer Farbtupfer des Frühsommers.

Brennnessel (Urtica dioica) – Eine der bekanntesten heimischen Wildpflanzen, berühmt für ihre Brennhaare. Als Heil- und Nutzpflanze ist sie sehr vielseitig: in Tees, als Gemüse oder für Fasergewinnung. Ökologisch ist sie wertvoll, weil sie Futterpflanze für zahlreiche Schmetterlingsraupen ist.

Borretsch (Borago officinalis) – Eine aromatische Pflanze mit sternförmigen, meist blauen Blüten, die oft im Bauerngarten wächst. Die Blüten sind eine beliebte Insektenweide und werden manchmal dekorativ in Speisen verwendet. Die Pflanze sät sich leicht selbst aus und wirkt dadurch „wild-romantisch“.

Baldrian (Valeriana officinalis) – Eine traditionelle Heilpflanze, deren Wurzel wegen ihrer beruhigenden Nutzung bekannt ist. Er wächst gerne an feuchten Standorten und bildet im Sommer lockere, hellrosa bis weiße Blütenstände. In naturnahen Gärten ist er zugleich eine wertvolle Nektarpflanze.

Beinwell (Symphytum officinale) – Eine kräftige Staude mit rauen Blättern und hängenden, glockenförmigen Blüten. Beinwell wurde historisch äußerlich genutzt und ist im Garten als „Mulch- und Jauchepflanze“ geschätzt, weil er viele Nährstoffe einlagert. Er liebt frische, nährstoffreiche Böden.

Bergenie (Bergenia cordifolia) – Eine robuste Zierstaude mit großen, ledrigen Blättern, die im Winter oft rötlich anlaufen. Im Frühjahr erscheinen rosa Blütenstände, die früh Nahrung für Insekten bieten. Bergenien gelten als pflegeleicht und sind ideale Pflanzen für halbschattige Plätze.

Blaustern (Scilla siberica) – Ein kleiner Frühlingsgeophyt mit intensiv blauen Blüten, der sich gerne in Rasenflächen und unter Gehölzen verwildert. Er bringt sehr früh Farbe in den Garten, oft noch bevor viele andere Pflanzen austreiben. In größeren Gruppen wirkt er wie ein blauer Blütenteppich.

Bärlauch (Allium ursinum) – Ein aromatisches Wildkraut aus schattigen, feuchten Laubwäldern. Seine Blätter duften stark nach Knoblauch und werden im Frühjahr gern in der Küche genutzt. Die weißen Blüten locken zahlreiche Insekten an und bilden im Wald eindrucksvolle Bestände.

Basilikum (Ocimum basilicum) – Ein Küchenklassiker mit warmem, würzigem Duft, der in vielen Varianten existiert. Basilikum ist wärmeliebend, wächst oft auf Fensterbänken und in Gewächshäusern und gilt als „Sommerpflanze“. Neben der Kulinarik hat es in manchen Traditionen auch symbolische Bedeutung.

Bogenhanf (Dracaena trifasciata; syn. Sansevieria trifasciata) – Eine extrem robuste Zimmerpflanze mit aufrechten, schwertförmigen Blättern. Sie kommt mit wenig Wasser und wechselndem Licht zurecht und ist daher ideal für Einsteiger. Ihre grafische Form passt gut zu modernen Wohnstilen.

Begonie (Begonia semperflorens-cultorum) – Beliebt als Balkon- und Zimmerpflanze mit vielen Blütenfarben und glänzendem Laub. Begonien blühen ausdauernd und vertragen Halbschatten gut. Je nach Art und Sorte gibt es kompakte Formen, hängende Begonien und eindrucksvolle Blattschmucktypen.

Brugmansie (Brugmansia suaveolens) – Eine spektakuläre Kübelpflanze mit großen, trompetenförmigen, oft stark duftenden Blüten. Sie wirkt tropisch und kann im Sommer beeindruckende Größen erreichen. Als Zierpflanze ist sie beliebt, erfordert aber Aufmerksamkeit, da sie empfindlich gegenüber Frost ist.

Bananenstaude (Musa basjoo) – Eine exotisch wirkende Pflanze mit riesigen Blättern, die selbst in gemäßigten Regionen als Zierpflanze kultiviert wird. Sie bildet ein tropisches Ambiente, besonders an geschützten Standorten. In raueren Lagen braucht sie im Winter Schutz, kann aber oft wieder austreiben.

Blauregen (Wisteria sinensis) – Eine kräftige Kletterpflanze mit langen, hängenden Blütentrauben in Blauviolett oder Weiß. Sie kann Pergolen und Fassaden eindrucksvoll überziehen, braucht aber stabile Rankhilfen. Im Frühjahr ist der Duft und Blütenreichtum ein echter Blickfang.

Bougainvillea (Bougainvillea glabra) – Ein mediterraner Kletterstrauch, der für seine farbintensiven Hochblätter bekannt ist. Die eigentlichen Blüten sind klein, doch die „Papierblüten“ wirken spektakulär. In kühleren Regionen wird sie meist als Kübelpflanze gehalten und frostfrei überwintert.

Blutweiderich (Lythrum salicaria) – Eine auffällige Staude für Feuchtbereiche, Gräben und Teichränder. Ihre purpurrosa Blütenähren blühen lange und sind bei Insekten sehr beliebt. In naturnahen Gärten bringt sie Farbe in sumpfige Zonen.

Bachbunge (Veronica beccabunga) – Eine niedrig wachsende Wasser- und Sumpfpflanze mit fleischigen Blättern und kleinen blauen Blüten. Sie gedeiht an Bachufern, Quellen und in flachen Teichbereichen. Durch ihren Wuchs stabilisiert sie Uferzonen und bietet Kleintieren Deckung.

Binse (Juncus effusus) – Eine typische Sumpf- und Uferpflanze mit runden, grasartigen Halmen. Binsen prägen Feuchtwiesen und Teichränder und sind wichtige Strukturpflanzen in nassen Lebensräumen. In der Kultur werden sie teils auch als Zierpflanzen für Wasserbecken genutzt.

Braunwurz (Scrophularia nodosa) – Eine eher unscheinbare Wildstaude, die in Hecken und an Waldrändern wächst. Ihre dunklen, kleinen Blüten sind für bestimmte Insekten interessant, obwohl sie nicht „klassisch hübsch“ wirkt. Gerade solche Arten zeigen, wie vielfältig Pflanzenstrategien jenseits reiner Zierwirkung sein können.

Buchweizen (Fagopyrum esculentum) – Trotz des Namens kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs mit wertvollen Samen. Buchweizen ist eine alte Kulturpflanze, die in der Küche vielseitig verwendet wird und oft gut verträglich ist. Die zarten, weißen Blüten sind zudem eine hervorragende Bienenweide.

Baumwolle (Gossypium hirsutum) – Eine Nutzpflanze von globaler Bedeutung, deren Samenhaare als Textilfaser genutzt werden. Die Pflanze trägt hibiskusähnliche Blüten und später die bekannten Kapseln mit den weichen Fasern. Sie steht zugleich für die Verbindung von Botanik, Kulturgeschichte und Wirtschaft.

Fazit

Die Pflanzenwelt mit „B“ ist erstaunlich vielfältig: Von dominanten Waldbäumen wie Buche und Birke über stachelige Sträucher und aromatische Küchenkräuter bis hin zu exotischen Kübelpflanzen und wichtigen Sumpfarten spannt sich ein weiter Bogen. Genau diese Mischung aus Bekanntem und Überraschendem macht botanische Listen so reizvoll – sie zeigen, wie eng Natur, Alltag, Kultur und Ökologie miteinander verflochten sind. Wer Pflanzenvielfalt wahrnimmt und fördert, schützt nicht nur Schönheit und Nutzen, sondern auch die Lebensgrundlagen unzähliger Tierarten und stabiler Ökosysteme.