Der Buchstabe „P“ gehört in der Pflanzenwelt zu den besonders vielseitigen Anfangsbuchstaben: Viele Pflanzennamen mit „P“ sind entweder aus dem Lateinischen und Griechischen abgeleitet (etwa aus alten Gattungsbezeichnungen) oder stammen aus traditionellen Volksnamen, die sich über Jahrhunderte gehalten haben. Dadurch trifft man unter „P“ gleichermaßen auf alte Heilpflanzen aus Klostergärten, auf elegante Zierpflanzen aus aller Welt und auf robuste Wildpflanzen, die in Mitteleuropa heimisch sind.
Auffällig ist außerdem, dass „P“-Pflanzen oft starke Bilder im Kopf auslösen: Palmen stehen für Tropen, Pfingstrosen für opulente Blüten, Primeln für den Frühling. Gleichzeitig verstecken sich unter „P“ viele Spezialisten – Moor- und Wasserpflanzen, Kletterpflanzen oder Zimmerpflanzen, die in Wohnräumen ein eigenes Mikroklima schätzen. Die folgende Auswahl ist bewusst breit gefächert und zeigt die botanische Bandbreite dieses Anfangsbuchstabens.
Pflanzen von P – übersichtlich nach Kategorien
Bäume
Platane (Platanus × acerifolia) – Ein imposanter Stadtbaum mit charakteristisch abplatzender, „fleckiger“ Rinde. Platanen sind äußerst schnittverträglich und kommen gut mit Hitze und Abgasen zurecht, weshalb sie vielerorts Alleen prägen. Ihre großen Blätter erinnern an Ahorn, was auch im Namen der Hybridart anklingt.
Pappel (Populus nigra) – Die Schwarzpappel ist eine heimische Baumart der Auenlandschaften und liebt feuchte Böden. Sie wächst schnell, bildet eine markante Silhouette und ist ökologisch wertvoll, weil ihre Rinde und ihr Holz Lebensräume für Insekten und Pilze bieten. Viele moderne Pappelhybriden werden zudem in der Forstwirtschaft genutzt.
Pflaume (Prunus domestica) – Ein klassischer Obstbaum mit langer Kulturgeschichte in Europa. Pflaumen liefern je nach Sorte aromatische Früchte zum Frischverzehr, für Kuchen oder zur Verarbeitung. Im Frühjahr sind sie wichtige Bienenweiden, da sie früh blühen und reichlich Nektar anbieten.
Palme, Dattelpalme (Phoenix dactylifera) – Ein Symbolbaum der Oasen und warmen Regionen, dessen Früchte in vielen Kulturen Grundnahrungsmittel und Festtagsgabe zugleich sind. In Kübelkultur kann sie bei guter Pflege auch in gemäßigten Zonen gedeihen, braucht aber viel Licht und einen geschützten Standort.
Papaya (Carica papaya) – Botanisch oft eher als baumförmige Staude beschrieben, wirkt die Papaya wie ein kleiner Tropenbaum mit weichem Stamm. Sie trägt große, vitaminreiche Früchte und wird weltweit in warmen Klimazonen kultiviert. Ihre Blätter sind tief gelappt und verleihen ihr ein exotisches Erscheinungsbild.
Sträucher
Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) – Ein heimischer Strauch, der im Herbst mit leuchtend rosa Fruchtkapseln auffällt. Die Samen sind zwar dekorativ, aber nicht zum Verzehr geeignet. Als Vogelgehölz ist er wertvoll, und seine Herbstfärbung bringt Farbe in Hecken und Waldränder.
Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius) – Auch „Falscher Jasmin“ genannt, wegen seines intensiven, süßlichen Dufts zur Blütezeit. Der robuste Zierstrauch ist pflegeleicht und eignet sich gut für Duftgärten. Er lockt zahlreiche Insekten an und wirkt besonders in lockeren Hecken sehr natürlich.
Perückenstrauch (Cotinus coggygria) – Berühmt für seine federigen, „rauchigen“ Fruchtstände, die wie eine Perücke wirken. Je nach Sorte zeigt er spektakuläre Herbstfarben von Gelb bis Purpur. Er ist trockenheitsverträglich und passt gut in sonnige, warme Gartenbereiche.
Portugiesischer Kirschlorbeer (Prunus lusitanica) – Ein immergrünes, elegant wirkendes Hecken- und Formgehölz mit glänzenden Blättern. Er gilt als etwas feiner und oft besser schnittverträglich als manche Kirschlorbeer-Alternativen. Seine weißen Blütenrispen sind im Frühjahr ein ansprechender Akzent.
Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) – Ein niedriger Zwergstrauch aus Heiden und lichten Nadelwäldern, der saure, aromatische Beeren trägt. Er bevorzugt saure Böden und ist in naturnahen Gärten beliebt, etwa in Kombination mit Moorbeetpflanzen. Die Beeren spielen kulinarisch eine große Rolle, besonders zu Wildgerichten.
Stauden und Gartenpflanzen
Pfingstrose (Paeonia lactiflora) – Eine der prachtvollsten Blütenstauden überhaupt, oft über Jahrzehnte am selben Standort langlebig. Ihre großen, duftenden Blüten reichen von Weiß über Rosa bis Dunkelrot. In vielen Kulturen steht sie für Wohlstand und Schönheit und ist ein Klassiker im Bauerngarten.
Primel (Primula vulgaris) – Ein typischer Frühlingsbote, der schon sehr früh Farbe in Beete und Rabatten bringt. Primeln sind in Europa in verschiedenen Arten heimisch, werden aber auch in zahlreichen Zuchtformen angeboten. Sie mögen humose, nicht zu trockene Böden und halbschattige Plätze.
Phlox, Flammenblume (Phlox paniculata) – Eine sommerblühende Staude mit großen Blütendolden und oft angenehmem Duft. Phlox ist beliebt in Staudenbeeten, weil er viel Farbe liefert und sich gut kombinieren lässt. Insekten besuchen ihn gerne, besonders an sonnigen Standorten.
Pulmonaria, Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) – Eine robuste Frühlingsstaude, die mit gefleckten Blättern und wechselnden Blütenfarben auffällt: Oft erscheinen die Blüten zunächst rosa und werden später blau. Traditionell wurde sie als Heilpflanze genutzt. Im Garten eignet sie sich hervorragend für halbschattige Bereiche.
Polsterphlox (Phlox subulata) – Ein niedriger, teppichbildender Phlox, der im Frühjahr Steingärten und Mauerkronen in ein Blütenmeer verwandelt. Er ist trockenheitsverträglich und liebt sonnige Standorte. Seine dichten Polster wirken auch außerhalb der Blütezeit ordentlich und strukturierend.
Purpurglöckchen (Heuchera micrantha) – Bekannt für dekorative Blätter in vielen Farben von Limette bis Dunkelpurpur. Die zarten Blütenstände schweben wie kleine Glöckchen über dem Laub. Purpurglöckchen sind vielseitige Strukturpflanzen für Beete, Töpfe und halbschattige Gartenbereiche.
Prachtkerze (Gaura lindheimeri) – Eine filigrane Staude mit schmetterlingsartigen Blüten, die lange über dem Laub tanzen. Sie blüht oft bis in den Herbst hinein und wirkt leicht und natürlich. Ideal ist ein sonniger Standort mit gut durchlässigem Boden.
Prachtscharte (Liatris spicata) – Auffällig durch kerzenartige Blütenstände, die sich von oben nach unten öffnen – ein kleines botanisches Kuriosum. Sie ist eine gute Insektenpflanze und passt in Präriebeete oder sonnige Staudenrabatten. Ihr Wuchs ist aufrecht und klar strukturiert.
Zimmerpflanzen
Peperomie (Peperomia obtusifolia) – Eine pflegeleichte Zimmerpflanze mit fleischigen, glänzenden Blättern, die Wasser speichern. Sie kommt mit normaler Raumluft gut zurecht und bleibt kompakt. Ideal für helle Plätze ohne direkte Mittagssonne.
Philodendron (Philodendron hederaceum) – Eine beliebte Kletter- und Hängepflanze, die in vielen Wohnungen zurechtkommt. Ihre herzförmigen Blätter schaffen sofort ein „Urban Jungle“-Gefühl. Mit einer Rankhilfe wächst sie aufrecht, ohne bleibt sie dekorativ überhängend.
Porzellanblume (Hoya carnosa) – Eine Kletterpflanze mit dicken, wachsartigen Blättern und sternförmigen, duftenden Blüten, die wie aus Porzellan wirken. Sie mag es hell, aber nicht zu nass, und belohnt Geduld oft mit spektakulären Blütendolden. In vielen Haushalten ist sie ein langlebiger Klassiker.
Pilea, Ufopflanze (Pilea peperomioides) – Bekannt für ihre runden, münzartigen Blätter, die wie kleine Schirme wirken. Sie gilt als unkompliziert und lässt sich leicht über Kindel vermehren. Durch ihre klare Form passt sie gut in moderne Wohnstile.
Pachira, Glückskastanie (Pachira aquatica) – Häufig mit geflochtenem Stamm im Handel, wirkt sie wie ein kleiner Zimmerbaum. Sie bevorzugt helles, indirektes Licht und gleichmäßige Pflege. In der Populärkultur wird sie oft mit Glück und Wohlstand assoziiert.
Heil- und Gewürzpflanzen
Pfefferminze (Mentha × piperita) – Eine aromatische Minze, die in Tee, Küche und Hausapotheke geschätzt wird. Ihr frischer Duft entsteht durch ätherische Öle, die auch in vielen Pflegeprodukten genutzt werden. Im Garten breitet sie sich gerne aus und sollte bei Bedarf begrenzt werden.
Petersilie (Petroselinum crispum) – Ein Küchenklassiker, der als Blatt- und Wurzelpetersilie kultiviert wird. Sie ist reich an Aromen und wird in vielen europäischen Gerichten verwendet. Petersilie bevorzugt nährstoffreiche Böden und gleichmäßige Feuchtigkeit.
Portulak (Portulaca oleracea) – Eine alte Kultur- und Wildgemüsepflanze mit leicht säuerlichem Geschmack. Seine fleischigen Blätter sind essbar und eignen sich für Salate oder als Gemüse. Portulak gilt als robust und wächst oft dort, wo andere Pflanzen mit Trockenheit kämpfen.
Passionsblume (Passiflora incarnata) – Eine Kletterpflanze mit außergewöhnlich komplexen Blüten, die schon botanisch betrachtet wie kleine Kunstwerke wirken. In der Pflanzenheilkunde wird sie traditionell für beruhigende Anwendungen verwendet. Sie braucht Wärme, Licht und eine Rankhilfe.
Pimpinelle (Sanguisorba minor) – Ein feines Küchenkraut mit leicht gurkenähnlichem Aroma, das gut in Salate und Kräutersaucen passt. Die Pflanze ist ausdauernd, relativ trockenheitsverträglich und findet auch in naturnahen Gärten ihren Platz. In alten Kräutertraditionen hat sie einen festen Namen.
Wasser- und Sumpfpflanzen
Papyrus (Cyperus papyrus) – Eine beeindruckende Sumpfpflanze, die historisch eng mit der Schriftkultur des Alten Ägypten verbunden ist. Ihre schirmartigen Blattbüschel sitzen auf hohen Stängeln und wirken sehr architektonisch. Sie liebt dauerhaft feuchte Standorte oder Kultur im Wassergefäß.
Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia) – Eine heimische Wasserpflanze mit pfeilförmigen Blättern und weißen Blüten. Sie wächst in flachen Uferzonen und bietet Lebensraum für viele Wasserorganismen. In Naturteichen kann sie zur ökologischen Stabilisierung beitragen.
Polytrichum, Haarmützenmoos (Polytrichum commune) – Ein Moos, das feuchte Standorte bevorzugt und durch seine aufrechte, „haarige“ Struktur auffällt. Es spielt eine Rolle in der Bodenbildung und Wasserspeicherung, besonders in moorigen oder nährstoffarmen Habitaten. Im Kleinen zeigt es, wie faszinierend die Welt der Moose ist.
Purpur-Weiderich (Lythrum salicaria) – Eine auffällige Ufer- und Sumpfpflanze mit kräftig purpurfarbenen Blütenähren im Sommer. Sie ist eine wertvolle Nektarpflanze und zieht zahlreiche Insekten an. In naturnahen Gärten sorgt sie an Teichrändern für starke Farbakzente.
Kletterpflanzen
Prunkwinde (Ipomoea purpurea) – Eine einjährige Kletterpflanze mit trichterförmigen Blüten in Blau-, Rosa- und Violetttönen. Sie wächst schnell und eignet sich gut, um Zäune oder Rankgitter in kurzer Zeit zu begrünen. Ihre Blüten öffnen sich häufig am Morgen besonders eindrucksvoll.
Pfefferpflanze, Echter Pfeffer (Piper nigrum) – Eine tropische Kletterpflanze, deren Früchte als schwarzer, grüner oder weißer Pfeffer in Küchen weltweit unverzichtbar sind. Sie benötigt Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und eine Rankhilfe. Als Zimmerpflanze ist sie anspruchsvoll, aber botanisch äußerst spannend.
Parthenocissus, Wilder Wein (Parthenocissus quinquefolia) – Ein starker Kletterer, der Fassaden und Pergolen schnell begrünen kann. Seine Haftorgane ermöglichen das Klettern auch ohne Rankhilfe, und im Herbst färben sich die Blätter spektakulär rot. Er ist robust, sollte aber wegen seines Wuchses gut gelenkt werden.
Weitere besondere „P“-Pflanzen
Pinguicula, Fettkraut (Pinguicula vulgaris) – Eine kleine, fleischfressende Pflanze, deren klebrige Blätter Insekten fangen. Sie wächst in nährstoffarmen, feuchten Lebensräumen und zeigt zarte Blüten, die überraschend elegant wirken. Fettkraut ist ein gutes Beispiel dafür, wie Pflanzen sich an extreme Standorte anpassen.
Palmfarn (Cycas revoluta) – Obwohl der Name an Palmen erinnert, gehört der Palmfarn zu einer uralten Pflanzengruppe. Er wächst langsam und wirkt mit seinem rosettenartigen Blattkranz sehr skulptural. Als Zimmer- oder Kübelpflanze ist er langlebig, braucht aber einen hellen Standort und maßvolle Wassergaben.
Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae) – Eine exotische Zierpflanze mit Blüten, die an einen Vogelkopf erinnern. Sie stammt aus Südafrika und ist als Zimmerpflanze beliebt, weil sie mit ausreichend Licht sehr eindrucksvoll wird. Ihre Blütenform gilt als ikonisch und wird oft in Design und Floristik aufgegriffen.
Pflanzen (P) – Pflanzenkohlebaum, nicht passend (—) – Dieser Platz bleibt bewusst frei, um zu zeigen: Nicht jeder geläufige Begriff ist tatsächlich ein etablierter Pflanzenname. Gerade bei populären oder marketingnahen Bezeichnungen lohnt sich der Blick auf die botanische Zuordnung, damit Verwechslungen vermieden werden.
Fazit
Pflanzen mit dem Anfangsbuchstaben „P“ bilden ein erstaunlich breites Spektrum ab: von heimischen Auenbäumen wie der Pappel über duftende Gartensträucher und farbstarke Stauden bis hin zu tropischen Zimmerpflanzen und spezialisierten Wasser- sowie Moorbewohnern. Die Auswahl zeigt, wie unterschiedlich Pflanzen Lebensräume besetzen, welche Formen und Strategien sie entwickeln und wie eng sie mit Kultur, Küche und Tradition verbunden sein können.
Gerade diese Vielfalt macht deutlich, warum botanische Vielfalt mehr ist als eine Sammlung schöner Namen: Sie ist die Grundlage stabiler Ökosysteme, widerstandsfähiger Landschaften und einer lebendigen Gartenkultur. Wer Pflanzen bewusst auswählt, pflegt und ihre Herkunft versteht, trägt dazu bei, dass diese Vielfalt nicht nur erhalten bleibt, sondern im Alltag sichtbar und erfahrbar wird.