Glossar

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A

Aue

Von wechselnden Wasserständen geprägte Niederung entlang von Bächen und Flüssen, auch Flussaue genannt. Ihre Geländeformen und Lebensgemeinschaften werden vom Wechsel zwischen niederer und hoher Wasserführung geprägt. Auengebiete sind artenreiche Lebensräume.

 

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B

Biotop

Ein Biotop ist ein bestimmter Lebensraum einer Lebensgemeinschaft in einem Gebiet.

Biotopverbund

Der Biotopverbund oder die Biotopvernetzung ist die Verbindung von (Einzel-)Biotopen zum Schutz von bestimmten Arten. Dabei muss zwischen diesen Biotopen ein funktionaler Kontakt bestehen, welcher Beziehungen zwischen Populationen ermöglicht.

Biozönose

Die Biozönose ist die Lebensgemeinschaft von Arten, die in einem Biotop vorkommen und untereinander sowie mit anderen Arten in Wechselbeziehung stehen.

Brache

Eine Brache ist eine nicht bebaute, unbestellte Fläche, die von jeglicher Nutzung ausgenommen ist.

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C

 

D

Diasporen

Ausbreitungseinheiten einer Pflanze. Dazu gehören Samen, Früchte, Fruchtstände, vegetative Brutknospen, Sporen, aber auch die ganze Pflanze kann eine Ausbreitungseinheit sein.

 

E

 

F

Fauna

Die Gesamtheit aller Tiere, die in einem bestimmten Gebiet vorkommen.

Feldgehölz

Ein Feldgehölz ist eine kleine mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Fläche auf offener Flur. Sie besteht aus einer waldartigen Innenzone, die von einer mit Sträuchern und Stauden bedeckten Randzone umgeben wird.

Flora

Die Gesamtheit aller Pflanzen, die in einem bestimmten Gebiet vorkommen.

Fräsen

Unter Fräsen versteht man eine Lockerung des Bodens. Dabei wird die Erde mit einem Fräsmesser aus dem Boden heraus geschnitten und gegen ein Prallblech geworfen, wodurch sie gelockert, zerkleinert und vermischt wird. Mit dem Fräsen wird gleichzeitig eine bessere Sauerstoffversorgung im Boden bewirkt, so dass organisches Material schneller abgebaut werden kann.

 

G

Greening

Das sogenannte Greening wurde mit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU 2015 eingeführt. Es handelt sich um eine Bestimmung, die u.a. einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt sowie zum Umweltschutz leisten soll und ist für landwirtschaftliche Betriebe außerdem eine Voraussetzung für den Erhalt von Direktzahlungen. Demnach sind Landwirte zum Erhalt von Dauergrünland, einer Vielfalt beim Anbau von Feldfrüchten sowie einer Bereitstellung von ökologischen Vorrangflächen auf Ackerland verpflichtet. 

 

H

Habitat

Ein Habitat ist der Lebensraum oder die Lebensstätte einer einzelnen Art oder einer Artengemeinschaft. 

Hütehaltung

Die Hütehaltung ist eine Form der Haltung von Weidetieren, bei der die Tiere durch einen Hüter in offenem Gelände ohne eine Einzäunung betreut werden, z.B. bei Schafen durch einen Schäfer. 

I

 

J

 

K

Koppel

Eine Koppel ist eine eingezäunte Fläche zur Haltung von Weidetieren.
 

L

 

M

Mahd

Abschneiden von Gras- und Krautbeständen oder auch anderen landwirtschaftlichen Kulturpflanzen, wie Getreide u.ä. Insbesondere im Naturschutz werden auch stärker verbuschte Bestände mit bereits höherem Gehölzanteil durch Mahd offengehalten. Zum Einsatz kommen Mähwerke wie Balkenmäher, Schlegelmäher oder auch Freischneider. Im Naturschutz dient die regelmäßige Mahd einem kontinuierlichen Entzug von Nährstoffen und damit einer Aushagerung einer Fläche zum Schutz konkurrenzschwacher Arten, wie z.B. Orchideen.

Mähweide

Eine Sonderform ist die Mähweide, die die Vorteile aus der Wiesen- wie auch der Weidenutzung vereint und die Futterüberschüsse aus der Weidenutzung durch Mahd nutzt.
 

Mulchen

Als Mulchen wird in der Landschaftspflege das gleichzeitige Abmähen und Zerkleinern von organischem Material verstanden. Das Mulchgut wird dabei auf der Fläche belassen. Für den Boden bewirkt das Mulchen einen Erosionsschutz sowie eine Verbesserung der Fruchtbarkeit.

Mulchsaat

Neuaussaat, bei der sich die abgestorbenen Pflanzenreste (Mulch) der vorherigen Vegetation noch auf der Fläche befinden.

N

Neobiota

(sing. Neobiont) Arten oder untergeortnete Taxa, die sich ohne oder mit menschlicher Einflussnahme in einem Gebiet ansiedeln, in dem sie zuvor nicht heimisch waren. Neobiotische Pflanzen nennt man Neophyten und neobiotische Tiere Neozoen. (mehr)

Neophyten

(sing. Neophyt) Pflanzen, die sich in Gebieten ansiedeln, in denen sie zuvor nicht heimisch waren. Dies kann ohne oder mit menschlicher Einflussnahme geschehen.
 

Neozoen

 
(sing. Neozoon) Tiere, die sich in Gebieten ansiedeln, in denen sie zuvor nicht heimisch waren. Dies kann ohne oder mit menschlicher Einflussnahme geschehen.
 

O

 

P

Portionsweide

Die Portionsweide ist eine Sonderform der Umtriebsweide. Auf den Koppeln wird für die Futterzuteilung meist mit Hilfe eines Elektrozaunes täglich oder auch mehrmals täglich eine neue Futterfläche zugeteilt. Sie ist die intensivste Form der Beweidung. Die Weidereste sind sehr gering und die Futteraufnahme pro Tier sehr hoch. Allerdings erfordert sie auch einen hohen Pflegeaufwand.   

Q

 

R

Renaturierung

Die Umformung von anthropogen (vom Menschen) veränderten Lebensräumen in einen möglichst naturnahen Zustand.

Robuste Haustierrassen

Als robuste Haustierrassen werden in den verschiedenen Projekten wenig domestizierte „halbwilde“, verwilderte oder „rückgezüchtete“ Haustierrassen, wie Heckrinder, Galloways, Schottische Hochlandrinder oder robuste Pferderassen, wie Koniks, Exmoorponys oder Dülmener Pferde eingesetzt.

Ruderalflächen

Flächen mit ruderaler (von lat.  rudus `Schutt´) Vegetation. Bezeichnet einen Standort der vom Menschen tiefgreifend überprägt bzw. verändert wurde. Auf solchen Flächen stellt sich i.d.R. eine typische Ruderalvegetation ein. (mehr)  
 

S

Standweide

Es handelt sich hierbei um eine Art der Weideführung, bei der sich die Anzahl der Weidetiere genauso wie die zu beweidende Fläche während der gesamten Vegetationszeit nicht ändert. Standweidenutzung bedeutet für die Fläche einen stark selektiven Verzehr des Bewuchses durch die Weidetiere.

Sukzession

Die Sukzession bezeichnet die zeitliche Abfolge von Lebensgemeinschaften (Pflanzen-, Tier- oder Pilzgesellschaften) an einem Standort.

 

T

Totholz

Totholz ist der Begriff für abgestorbene Bäume und Teile davon. Es wird zwischen stehendem Totholz (Trockenholz) und liegendem Totholz, dem sog. Moderholz unterschieden. Viele Organismen nutzen das Totholz als Lebensraum, sodass  es ökologisch sehr wertvoll ist.

 

U

Umtriebsweide

Eine Umtriebsweide ist in mehrere Einzelkoppeln unterteilt. Die einzelnen Koppeln werden mehrmals in der Weideperiode nacheinander genutzt. Es gilt die alte Regel "kurze Fresszeiten, lange Ruhezeiten". In der Regel werden die Flächen mit einem hohen Tierbesatz in wenigen Tagen abgeweidet. Die Ruhezeiten ergeben sich aus dem vom Standort abhängigen Zuwachs. Sie dauern etwa zwischen 2-6 Wochen. Auch die Anzahl der Koppeln richtet sich nach dem verfügbaren Aufwuchs, damit ausreichende Ruhezeiten eingehalten werden können. Die knappe Futterzuteilung bewirkt eine geringere Futterselektion und damit eine höhere Weideausnutzung und geringe Weidereste. Allerdings entsteht durch die höhere Tierdichte auch eine höhere Trittbelastung auf der Fläche. Der Pflegeaufwand auf den einzelnen Flächen ist hoch und für die Herde bedeutet der häufige Umtrieb eine größere Unruhe. Eine Sonderform ist die Portionsweide.

V

Verbiss

Das Abknabbern von Trieben, Knospen und Blättern durch Wild- und Nutztiere. Insbesondere auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen kann durch Verbiss großer Schaden entstehen. Es kann u.a. zu Krüppelwuchs und sogar zum Absterben von Pflanzen kommen.

Verbuschung

Die Verbuschung ist die Verbreitung von Sträuchern und Bäumen auf Standorten wie Wiesen, Grünland o.ä..

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W

Walzen

Das Walzen ist eine landwirtschaftliche Methode, die in erster Linie der Bodenverdichtung sowie einer Verkleinerung von großen Erdbrocken dient. I.d.R. werden Walzen von einem Schlepper (Traktor) gezogen. Dabei ist die Wirkung auf den Boden von ihrem Gewicht, der Fahrgeschwindigkeit des Schleppers sowie ihrer Profilform abhängig.

Weiden (Grünland)

Weiden sind i.d.R. grasdominierte landwirtschaftliche Grünlandflächen die durch Nutztiere (z.B. Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen, Schweine oder auch Hüner und Gänse) beweidet werden. Durch regelmäßige Beweidung können Flächen offengehalten und eine Verbuschung und die daran anschließende Waldentwicklung verhindert werden. Je nach Weidedruck werden vertrittempfindliche Pflanzen verdrängt. Gefördert werden dagegen Pflanzen, die durch die Weidetiere nicht verbissen werden und sich als "Weideunkräuter" ausbreiten. Hierfür ist je nach Weidedruck eine Nachpflege der Flächen notwendig. Eine Sonderform ist die Mähweide, die die Vorteile aus der Weide- wie auch der Weidenutzung vereint und die Futterüberschüsse aus der Weidenutzung durch Mahd nutzt. [mehr]

Wiesen (Grünland)

Landwirtschaftliches Grünland das durch Mähen zur Erzeugung von Heu oder Grassilage genutzt wird. Durch regelmäßige Mahd werden die Flächen offengehalten und eine Verbuschung und die daran anschließende Waldentwicklung verhindet. Mähwiesen haben eine typische Artenzusammensetzung die mehrjährige Pflanzen fördern, die mit dem Schnitt und der hohen Lichteinstrahlung gut zurecht kommen. Ebenso finden hier vertrittempfindliche Pflanzen geeignete Bedingungen. [mehr]

„Wilde Weiden“ 

Großflächige, weitgehend ungeregelte und extensiv genutzte Ganzjahres-Weiden mit Wildtieren oder robusten Haustierrassen, mit dem Ziel einer möglichst naturnahen Entwicklung der Flächen. Die Idee der „Wilden Weiden“ geht auf die Megaherbivorenhypothese zurück und soll den Weidetieren wieder eine wichtige Rolle in der natürlichen Sukzession einräumen.

Winterweide

Für eine Winterweide werden bestimmte, klimatisch günstige Flächen mit einem ausreichendem Futteraufwuchs für die vegetationsarme Zeit vorgehalten. Ggf. ist die Möglichkeit einer Zufütterung zu beachten. Hierbei sind standörtliche Gegebenheiten (z.B. sensible Biotope hinsichtlich Vertritt und Nährstoffanreicherung, Nässe, Überschwemmungsgefahr) zu berücksichtigen. 

X

 

Y

 

Z

 
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