Herkulesstaude, Riesenbärenklau

Heracleum mantegazzianum (Herkulesstaude, Riesenbärenklau)

von Vanessa PARTSCH

Kurzbeschreibung

Der Riesen-Bärenklau gehört zu der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Staude wird zwei bis fünf Meter hoch und am Grund bis zu zehn Zentimeter dick. Der Stängel ist hohl und gefurcht. Die Pflanze besitzt eine senkrecht in den Boden reichende Pfahlwurzel. Die 3-5teiligen Blätter werden etwa einen Meter lang. Der Blütenstand ist eine große tellerförmige Dolde und blüht weiß bis rosafarben. Die Pflanze bildet flache, beborstete Samen.

Herkunft

Die Art stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und wächst dort vor allem an Bächen und Wegrändern in Höhen übervon 2300 m. Der Riesen-Bärenklau wurde zunächst als Zierpflanze im 19. Jahrhundert in europäischen Gärten u. a. als Bienenweide eingeführt, verwilderte aber sehr schnell, sodass bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine enorme Zunahme der Art zu verzeichnen war.

Verwechslung

Verwechslungsgefahr besteht mit dem Wiesenbärenklau (Heracleum spondylium). Im Gegensatz zum Riesen-Bärenklau hat diese Art drei- bis vierfach fiederschnittige Blätter und wird höchstens zwei Meter hoch.

Standort

Da der Riesen-Bärenklau in Europa nicht auf Gebirge und Gewässer beschränkt ist, sind hier auch große Bestände auf Acker- oder Wiesenbrachen, sowie auf Ruderalflächen anzutreffen.

Bevorzugt werden außerdem nährstoffreiche und nicht zu saure Böden. Er kann sich vor allem auf Störflächen mit artenarmer Vegetation gegenüber einheimischen Pflanzen durchsetzen und diese verdrängen.

Ausbreitung

Die Diasporen werden vorzugsweise durch Fließgewässer verbreitet. Die Samen sind sehr gut schwimmfähig, können aber auch durch den Wind verbreitet werden.

Bekämpfung

Es ist sinnvoll die Pflanze im April oder Mai noch vor der Blüte oder der Samenverbreitung zu beseitigen. Dazu sollte sie ausgegraben und die Wurzeln tief im Boden abgestochen werden, um einen Neuaustrieb zu verhindern. Während der Blüte müssen zunächst die Blütendolden abgetrennt werden (Gefahr der Samenverbreitung), anschließend die ganze Pflanze. Die Pflanzenreste müssen vorsichtig abtransportiert und am besten durch Verbrennung beseitigt werden. Bei großräumig besiedelten Flächen können die Pflanzen durch eine mehrmalig wiederholte Mahd zerstört werden. Bei allen durchgeführten Maßnahmen ist eine ständige Kontrolle für den langfristigen Erfolg unerlässlich. Außerdem ist auf Schutzkleidung und -brille zu achten (phototoxische Pflanzensäfte).

Besonderheiten

Der Riesen-Bärenklau stellt eine besondere Gefahr für die Gesundheit dar. Alle Teile der Pflanze enthalten eine Substanz, das Furocumarin, welche bei Hautkontakt und in Zusammenwirkung mit Sonneneinstrahlung zu heftigen allergischen Reaktionen führen kann. Es bilden sich Blasen auf der Haut, welche mit schweren Verbrennungen vergleichbar sind und nur sehr langsam verheilen. Die phototoxische Wirkung ist vor allem für spielende Kinder sehr gefährlich.

Quellen

[1] http://www.neobiota.de/12641.html (Stand: 21.09.2015)

[2] http://www.gmn-ev.de/fileadmin/website/downloads/Neokampf.pdf (Stand: 21.09.2015)

[3] GNOR-Flyer: Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz (1996): Herkulesstaude. Gefährliche Schönheit.

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